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Zwei Camper in Bosnien an den Wassermühlen von Jajce

Bosnien und Herzegowina mit dem Camper – Sehenswürdigkeiten, Reisetipps & Erfahrungen

Bosnien und Herzegowina stand lange nicht auf unserem Reiseplan. Obwohl wir schon mehrfach durch den Balkan gefahren sind, haben wir das Land bislang immer ausgelassen. Dieses Jahr haben wir uns vier Wochen Zeit genommen und haben Bosnien und Herzegowina mit dem Camper erkundet. Und wir waren mehr als einmal überrascht: von der Landschaft, der Gastfreundschaft und auch von der bewegten Geschichte des Landes.

Für alle, die Bosnien mit dem Camper entdecken möchten, haben wir hier unsere Route, Sehenswürdigkeiten und Tipps zusammengestellt.

Mlinčići und Pliva-Seen bei Jajce

Nur etwa 5 km von der Stadt Jajce entfernt liegen die Mlinčići, kleine hölzerne Wassermühlen zwischen dem großen und dem kleinen Pliva-See. Sie wurden Ende des 19. Jahrhunderts gebaut und sind heute ein Nationaldenkmal Bosnien und Herzegowinas.

Das Gelände ist frei zugänglich, man zahlt lediglich 2,50 Euro fürs Parkticket (Tagesticket). Rund um die Mühlen gibt es Picknickplätze, Cafés und eine wunderschöne Umgebung. Nur wenige Schritte entfernt liegen die Pliva-Seen, wo man schwimmen, rudern oder einfach entspannen kann.

kleine Wassermühlen bei Jajce in Bosnien

Jajce

Jajce gilt als eine der schönsten Städte des Landes. Hier residierte der letzte bosnische König. Wahrzeichen ist der 20 Meter hohe Pliva-Wasserfall, den man kostenlos von der Straße sehen oder für fünf Euro von einer Aussichtsplattform bestaunen kann.

Neben der hübschen Altstadt mit Geschäften und Cafés lohnt sich ein Besuch der mittelalterlichen Festung und der Katakomben mit einer unterirdischen Kirche. Dort befindet sich auch das Grab des Herzogs Hrvatinić.

Zenica

Zenica, mit rund 115.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt des Landes, erreichten wir eher zufällig. Die Innenstadt eignet sich für einen Spaziergang, besonders sehenswert ist die große überdachte Markthalle Tržnica, in der man Lebensmittel, Kleidung und Haushaltswaren findet. Ein Highlight ist die Seymen-Moschee, erbaut im 16. Jahrhundert, eine der ältesten Moscheen Bosniens.

Sarajevo 

Ein Roadtrip durch Bosnien ohne Sarajevo wäre unvollständig. Die Hauptstadt ist voller Geschichte und Kontraste. Wir empfehlen, an einer der Free-Walking-Touren teilzunehmen, um die Ereignisse von Osmanischer Zeit bis zum Bosnienkrieg besser einordnen zu können.

Wir selbst haben die meiste Zeit in der Altstadt verbracht, wo unzählige Moscheen, Kirchen, Museen, Restaurants und Cafés dicht beieinanderliegen.

Meeting Point of cultures in Sarajevo

Die verlassenen Sportsstätten von Olympia 1984

In Sarajevo fanden 1984 die Olympischen Winterspiele statt. Das Stadion Asim Ferhatović Hase, Heimat des FK Sarajevo, war der Ort der Eröffnungsfeier.

Von Sarajevo aus lohnt eine Fahrt mit der Seilbahn auf den Berg Trebević, wo noch heute die Ruinen der Bob- und Rodelbahn stehen. Man kann auf der Strecke hinunterlaufen. Ein spannender Lost Place mit Ausblick auf die Stadt. Für Camper gibt es auf dem Trebević mehrere Stellplätze, allerdings sind die Straßen teilweise eng und steil. Große Wohnmobile sollten vorsichtig sein.

Auch die Skisprungschanze und das verlassene Hotel Igman am gleichnamigen Berg sind eindrucksvolle Relikte dieser Zeit.

Bosnien mit dem Camper entdecken, alte Bobbahn Sarajevo

Der Fluss Neretva

Die Neretva durchzieht Bosnien und Herzegowina von Nord nach Süd. Besonders schön ist die Neretva-Schlucht zwischen Sarajevo und Mostar. Hier kann man raften, schwimmen oder einfach die Natur genießen. Entlang des Flusses gibt es viele Stellplätze und Anbieter für Outdoor-Aktivitäten.

Neretva Flussfahrt mit Blick aufs Ufer, Campingreise Bosnien

Praktische Tipps für Camper in Bosnien

  • Campingplätze: Es gibt offizielle Plätze, vor allem in touristischen Regionen wie Mostar, Sarajevo und an der Neretva. Die Preise liegen meist bei 10–20 Euro pro Nacht (2 Personen + Camper).
  • Wildcampen: Rechtlich nicht eindeutig geregelt, wird aber in vielen ländlichen Regionen toleriert, solange man respektvoll und unauffällig bleibt.
  • Straßen: Hauptstraßen sind überwiegend gut, kleinere Bergstraßen können sehr eng und steil sein. Mit großen Wohnmobilen sollte man Umwege in Kauf nehmen.
  • Sicherheit: Wegen des Bosnienkriegs (1992–1995) gibt es noch Gebiete mit Landminen. Bleibt unbedingt auf Straßen und markierten Wegen. Eine hilfreiche Anwendung ist die App BiH Mine Suspected Areas.
  • Kosten: Bosnien ist günstiger als viele Nachbarländer. Ein Restaurantbesuch ist oft für unter 10 Euro pro Person möglich.

Fazit

Bosnien und Herzegowina ist ein ideales Reiseziel für Camper. Wir haben selten so viel Gastfreundschaft erlebt wie hier. Auch wenn Spuren des Krieges noch sichtbar sind, verliert das Land nichts von seiner Schönheit.

Für uns steht fest: Wir kommen wieder, um noch mehr von Bosnien und Herzegowina mit dem Camper zu entdecken.

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